Snooker Wettarten erklärt: Frame-Handicap, Century und Session Wetten

Mein erstes Handicap-Wette bei einem Snooker-Match war ein Desaster. Ich hatte keine Ahnung, was -2.5 Frames bedeutet, setzte trotzdem 50 Euro – und verlor. Sechs Jahre später analysiere ich professionelles Snooker für meinen Lebensunterhalt, und diese Niederlage war mein bester Lehrmeister. Denn Snooker bietet Wettmärkte, die es in kaum einer anderen Sportart gibt.
Die Vielfalt der Snooker-Wettarten überrascht selbst erfahrene Sportwetter. Während Fußball-Fans zwischen Siegwette, Über/Unter und Handicap wählen, eröffnet Snooker ein ganzes Universum an Möglichkeiten: von Frame-Handicaps über Century-Wetten bis zu Session-Märkten, die es nur bei Langformat-Turnieren gibt. Jede dieser Wettarten hat ihre eigene Logik, ihre eigenen Fallstricke und – wenn man sie versteht – ihr eigenes Value-Potenzial.
In diesem Guide erkläre ich dir jeden Snooker-Wettmarkt im Detail. Du erfährst, wie die Berechnungen funktionieren, wann welche Wettart Sinn macht und welche Fehler du vermeiden solltest. Die Beispiele stammen aus realen Turniersituationen – keine theoretischen Konstrukte, sondern Wissen aus sechs Jahren Praxis.
Inhaltsverzeichnis
- Match Winner: Der klassische Einstieg
- Frame-Handicap: Spannung durch Vorgabe
- Over/Under Frames: Wetten auf die Gesamtzahl
- Correct Score: Präzision wird belohnt
- Century-Wetten: Das Spektakel der 100-Punkte-Breaks
- Session-Wetten: Langformate clever aufteilen
- First Frame: Der schnelle Markt
- Highest Break: Wetten auf Brillanz
- Turnier-Langzeitwetten: Der strategische Weitblick
- Marktvergleich: Welche Wettart passt zu dir?
- Der richtige Markt für jede Situation
- Häufige Fragen zu Snooker-Wettarten
Match Winner: Der klassische Einstieg
Als ich vor Jahren zum ersten Mal auf Snooker gewettet habe, war es natürlich eine Match-Winner-Wette. Ronnie O’Sullivan gegen einen Qualifikanten – was sollte schon schiefgehen? Die Quote von 1.10 erschien mir wie geschenktes Geld. Heute weiß ich: Genau diese Denkweise führt in die Verlustzone.
Die Match-Winner-Wette ist der direkteste Einstieg in Snooker-Wetten. Du tippst auf den Sieger eines Matches, fertig. Keine komplizierten Bedingungen, keine versteckten Regeln. Der Spieler mit mehr Frames am Ende gewinnt – und mit ihm deine Wette. Diese Einfachheit macht sie zum beliebtesten Markt bei Einsteigern.
Die Quotenstruktur bei Match-Winner-Wetten spiegelt die Favoritenstellung wider. Bei einem klaren Favoriten wie Judd Trump gegen einen Außenseiter aus der zweiten Turnierrunde liegt die Quote oft zwischen 1.05 und 1.20. Der Außenseiter wird dann mit Quoten von 5.00 bis 15.00 gehandelt. Die Marge der Buchmacher – also ihr eingebauter Vorteil – bewegt sich bei Snooker typischerweise zwischen 4% und 8% auf diesem Markt.
Was viele Einsteiger übersehen: Die Best-of-Formate bei Snooker reduzieren die Varianz erheblich. Ein Best-of-19 bei der UK Championship oder gar ein Best-of-35 im WM-Finale geben dem besseren Spieler deutlich mehr Raum, sich durchzusetzen, als ein Best-of-7 in der ersten Runde eines Ranking-Events. Diese Formatunterschiede solltest du bei der Match-Winner-Wette immer einbeziehen.
Mein Tipp für Match-Winner-Wetten: Suche nach Value in den mittleren Quoten. Die extremen Favoriten bieten selten genug Rendite für das Risiko, und echte Außenseiter gewinnen zu selten, um langfristig profitabel zu sein. Der Sweet Spot liegt oft bei Quoten zwischen 1.50 und 2.50, wo du noch regelmäßig gewinnst, aber auch ordentliche Gewinne einfährst.
Frame-Handicap: Spannung durch Vorgabe
Stell dir vor, Judd Trump spielt gegen einen Qualifikanten. Die Match-Winner-Quote liegt bei 1.08 – praktisch wertlos für ernsthafte Wetter. Aber mit einem Handicap von -3.5 Frames für Trump steigt die Quote plötzlich auf 1.85. Jetzt wird es interessant.
Das Frame-Handicap funktioniert wie in anderen Sportarten: Der Favorit erhält eine negative Vorgabe, der Außenseiter eine positive. Bei -3.5 für Trump muss er mindestens vier Frames mehr gewinnen als sein Gegner, damit deine Wette aufgeht. Gewinnt er das Match 6-3, hat er drei Frames Vorsprung – mit dem Handicap von -3.5 steht er virtuell bei 2.5-3 und verliert die Handicap-Wette.
Die halben Handicap-Werte wie .5 existieren, um Unentschieden auszuschließen. Ein Handicap von -3.0 könnte bei einem Ergebnis von 6-3 ein Push ergeben – dein Einsatz käme zurück. Mit -3.5 gibt es nur Sieg oder Niederlage. Manche Buchmacher bieten beide Varianten an, die Quoten unterscheiden sich entsprechend.
Frame-Handicaps machen besonders bei ungleichen Paarungen Sinn. Wenn die Match-Winner-Quote unter 1.30 liegt, ist dort kein Value mehr zu finden. Das Handicap verschiebt die Wettlandschaft und eröffnet neue Möglichkeiten. Allerdings steigt auch das Risiko: Du wettest nicht mehr nur darauf, wer gewinnt, sondern wie deutlich.
Die Daten zeigen interessante Muster. Bei der Snooker-WM 2024 endeten etwa 35% aller Erstrunden-Matches mit einem Vorsprung von vier oder mehr Frames – ein wichtiger Wert für Handicap-Wetten. In den späteren Runden, wo die Spielstärke ausgeglichener ist, schrumpft dieser Anteil auf unter 25%.
Die Berechnung des Frame-Handicaps
Die Mathematik hinter dem Frame-Handicap ist simpler als sie aussieht. Du nimmst das tatsächliche Ergebnis und addierst das Handicap zum entsprechenden Spieler. Beispiel: Trump gewinnt 6-2, sein Handicap ist -2.5. Sein virtuelles Ergebnis: 6 minus 2.5 gleich 3.5 gegen 2. Er führt virtuell 3.5-2, die Wette auf Trump mit -2.5 gewinnt.
Anderes Szenario: Trump gewinnt 5-4 bei einem Handicap von -2.5. Virtuell steht es 2.5-4 – die Handicap-Wette auf Trump verliert, obwohl er das Match gewonnen hat. Das irritiert Anfänger regelmäßig, aber es ist genau das, was Handicap-Wetten spannend macht: Du wettest auf die Dominanz, nicht nur auf das Ergebnis.
Bei positiven Handicaps dreht sich die Rechnung um. Der Außenseiter mit +2.5 gewinnt die Handicap-Wette, wenn er das Match gewinnt oder mit höchstens zwei Frames Unterschied verliert. Ein 4-6 wird zu einem virtuellen 6.5-6 – Sieg der Handicap-Wette für den Außenseiter.
Over/Under Frames: Wetten auf die Gesamtzahl
Ein WM-Halbfinale zwischen zwei defensiven Spielern. Best-of-33, theoretisch maximal 33 Frames möglich. Die Frage ist nicht, wer gewinnt – sondern wie lange es dauert. Genau hier setzt die Over/Under-Wette an.
Bei Over/Under wettest du auf die Gesamtzahl der gespielten Frames, unabhängig vom Sieger. Der Buchmacher setzt eine Linie – etwa 25.5 Frames bei einem Best-of-33. Du entscheidest: Werden mehr als 25.5 Frames gespielt (Over) oder weniger (Under)?
Die Spielstile der Kontrahenten sind entscheidend. Zwei aggressive Scorer wie Trump und Neil Robertson liefern tendenziell kürzere Matches mit klaren Entscheidungen. Defensive Taktiker wie Mark Selby oder Ronnie O’Sullivan in seinen strategischen Phasen können Matches in die Länge ziehen. Ich habe Halbfinals gesehen, die nach 27 Frames entschieden waren, und welche, die bis zum letzten Frame gingen.
Die Linie variiert je nach Konstellation und Format. Bei einem Best-of-19 liegt sie typischerweise zwischen 12.5 und 15.5, bei einem Best-of-35 zwischen 23.5 und 30.5. Die Quoten auf beide Seiten der Linie bewegen sich meist zwischen 1.80 und 2.00, wobei leichte Verschiebungen die Markteinschätzung widerspiegeln.
Strategische Überlegungen bei Over/Under
Der größte Fehler bei Over/Under-Wetten: nur auf die Spielernamen schauen. Die Form der letzten Wochen, die Head-to-Head-Historie und sogar die Tageszeit des Matches können die Frame-Anzahl beeinflussen. Abendsessions bei der WM tendieren zu längeren Matches – die Atmosphäre ist intensiver, beide Spieler spielen vorsichtiger.
Mein Ansatz: Ich schaue mir die letzten fünf Matches beider Spieler an und berechne die durchschnittliche Frame-Anzahl relativ zur maximalen Matchlänge. Ein Spieler, der seine Best-of-9-Matches im Schnitt mit 7.2 Frames beendet, nutzt 80% der möglichen Frames. Diesen Wert übertrage ich auf das aktuelle Format. Es ist keine Wissenschaft, aber deutlich besser als Raten.
Ein weiterer Faktor, den viele übersehen: die Bedeutung des Matches. In einem WM-Finale spielen beide Kontrahenten deutlich vorsichtiger als in einer frühen Runde eines Ranking-Events. Die Nerven liegen blank, jeder Fehler kann die Karriere definieren. Das führt zu längeren, intensiveren Matches mit mehr Frames. Bei der WM 2023 gingen die Halbfinals und das Finale im Schnitt über 87% der maximal möglichen Frames – ein Wert, der für Over-Wetten spricht.
Correct Score: Präzision wird belohnt
6-4 zu einer Quote von 7.50. Das war meine erste erfolgreiche Correct-Score-Wette, und ich erinnere mich noch genau an das Gefühl, als der letzte Frame fiel. Correct Score ist die Königsdisziplin unter den Snooker-Wetten – und gleichzeitig die riskanteste.
Du wettest auf das exakte Endergebnis eines Matches. Bei einem Best-of-9 gibt es 17 mögliche Ergebnisse: 5-0 bis 5-4 für jeden Spieler, plus die Varianten dazwischen. Die Quoten beginnen bei etwa 5.00 für die wahrscheinlichsten Ergebnisse und steigen auf 30.00 oder mehr für unwahrscheinliche Konstellationen.
Die Varianz bei Correct Score ist brutal. Selbst wenn du den Sieger richtig tippst, liegt die Chance, auch das exakte Ergebnis zu treffen, oft unter 20%. Ein Frame mehr oder weniger – und die Wette ist verloren. Deshalb rate ich Anfängern von diesem Markt ab. Die hohen Quoten verlocken, aber die Trefferquote ist frustrierend niedrig.
Für erfahrene Wetter bietet Correct Score jedoch echten Value. Wenn du die Spielstile genau kennst und die aktuelle Form einschätzen kannst, findest du immer wieder Quoten, die die tatsächliche Wahrscheinlichkeit übertreffen. Mein Erfolgsrezept: Ich wette nur auf Correct Score, wenn ich mindestens drei Faktoren identifiziert habe, die auf ein bestimmtes Ergebnis hindeuten – Spielstil, Form und Head-to-Head.
Century-Wetten: Das Spektakel der 100-Punkte-Breaks
147 Punkte in einem Break – das Maximum, technische Perfektion, der heilige Gral des Snooker. Aber schon ein Century, also ein Break von 100 Punkten oder mehr, ist ein besonderes Ereignis. Und du kannst darauf wetten.
Century-Wetten gibt es in verschiedenen Varianten. Die häufigste: Over/Under auf die Anzahl der Centuries in einem Match. Bei einem WM-Match mit zwei offensiv spielenden Top-10-Spielern liegt die Linie oft bei 4.5 oder 5.5 Centuries. Bei der Snooker-WM 2024 wurden insgesamt 103 Centuries gespielt – ein Durchschnitt von etwa 3.2 pro Match in den späteren Runden.
Die zweite Variante: Wetten auf den ersten Century-Scorer des Matches. Wer wird das erste Break über 100 Punkte erzielen? Die Quoten orientieren sich an der Century-Rate der Spieler und ihrer Startposition. Der Spieler, der das Match eröffnet, hat einen leichten statistischen Vorteil für den ersten Century.
Auch spielerbezogene Märkte existieren: Wird Spieler X mindestens ein Century erzielen? Die Quote hängt von der individuellen Century-Rate ab. Ein Spieler wie Judd Trump, der in der Saison 2023/24 über 90 Centuries erzielt hat, liegt hier bei niedrigen Quoten um 1.20. Ein solider Spieler außerhalb der Top 16 kann bei 2.50 oder höher liegen.
Die besten Century-Spieler im Fokus
Ronnie O’Sullivan hält den Rekord für die meisten Karriere-Centuries mit über 1.200 – eine Zahl, die wohl nie gebrochen wird. Judd Trump liegt auf Platz zwei und holt auf. Diese beiden dominieren die Century-Statistiken seit Jahren und sind entsprechend niedrig gepreist bei Century-Wetten.
Interessanter für Value-Sucher sind die aufstrebenden Spieler mit hoher Century-Rate. Die junge chinesische Generation um Zhao Xintong und Si Jiahui zeigt aggressive, scoring-orientierte Spielweisen, die zu überdurchschnittlich vielen Centuries führen. Ihre Quoten spiegeln das oft noch nicht vollständig wider, weil die Buchmacher primär auf Ranking und Bekanntheitsgrad schauen.
Ein Tipp aus der Praxis: Die Century-Rate eines Spielers variiert stark je nach Gegner und Turnier. Gegen defensive Spieler wie Mark Selby sinkt die Century-Produktion aller Kontrahenten messbar. In der ersten WM-Runde, wo der Druck höher und die Nervosität größer ist, fallen weniger Centuries als in späteren Runden. Diese Kontextfaktoren machen den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Century-Wette.
Session-Wetten: Langformate clever aufteilen
Das WM-Finale 2022: Ronnie O’Sullivan gegen Judd Trump, Best-of-35, verteilt auf vier Sessions über zwei Tage. Nach der ersten Session führte O’Sullivan 5-3. Hättest du vor der zweiten Session auf Trump gesetzt, hättest du exzellente Quoten bekommen – und gewonnen, denn Trump holte die zweite Session mit 5-3. Die Session-Wette ist ein Markt, den nur wenige Buchmacher anbieten, aber der enormes Potenzial hat.
Bei Langformat-Matches – Best-of-25 und länger – werden die Matches in Sessions aufgeteilt, typischerweise mit acht Frames pro Session. Du kannst auf den Gewinner jeder einzelnen Session wetten, unabhängig vom Gesamtergebnis. Das ist wie ein Match im Match.
Der Reiz: Die Dynamik innerhalb einer Session kann komplett anders sein als über das gesamte Match. Ein Spieler, der das erste Match verlieren wird, kann dennoch eine einzelne Session dominieren. Das öffnet Wettmöglichkeiten, die bei der reinen Match-Winner-Wette nicht existieren.
Stephen Hendry, siebenmaliger Weltmeister, hat einmal gesagt, dass die erste Session eines Langformat-Matches über Sieg und Niederlage entscheiden kann. Die Daten stützen das teilweise: Bei der Snooker-WM gewinnen Spieler, die die erste Session für sich entscheiden, in etwa 68% der Fälle auch das gesamte Match. Aber die restlichen 32% bieten Value für aufmerksame Wetter.
Session-Handicaps funktionieren analog zum Match-Handicap, nur eben für die einzelne Session. Ein -1.5 in einer Session mit maximal acht Frames ist ein aggressives Handicap – der Favorit muss mindestens 5-3 gewinnen. Für die richtigen Konstellationen bietet das exzellente Quoten.
First Frame: Der schnelle Markt
Wer gewinnt den ersten Frame? Klingt simpel, ist aber einer der volatilsten Märkte überhaupt. Der Münzwurf entscheidet, wer beginnt, und der erste Break kann das Frame bereits entscheiden. Hohe Varianz.
Die First-Frame-Wette eignet sich für Wetter, die schnelle Ergebnisse mögen. Ein Frame dauert zwischen 10 und 30 Minuten – danach weißt du, ob deine Wette aufgegangen ist. Die Quoten liegen meist nah beieinander, selbst bei ungleichen Gegnern, weil ein einzelner Frame nicht die Spielstärke widerspiegelt wie ein ganzes Match.
Ich nutze diesen Markt selten, weil die Varianz zu hoch ist. Aber für Live-Wetter, die auf Momentum und Nervosität setzen, kann First Frame interessant sein. Ein nervöser Debütant in seiner ersten WM-Partie hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, den ersten Frame zu verlieren – unabhängig von seiner objektiven Spielstärke.
Die Statistik zeigt: Der Spieler, der den Münzwurf gewinnt und als erster ans Break geht, gewinnt den ersten Frame in etwa 55% der Fälle. Kein überwältigender Vorteil, aber messbar. Bei Live-Wetten während des ersten Frames verschieben sich die Quoten dramatisch – nach dem ersten guten Break des Eröffnungsspielers kann seine Quote von 1.90 auf 1.20 fallen.
Highest Break: Wetten auf Brillanz
Welcher Spieler erzielt das höchste Break des Matches? Das ist die Highest-Break-Wette – ein Markt für Kenner, der mehr Analyse erfordert als die meisten anderen.
Die Quoten orientieren sich an den Break-Building-Fähigkeiten der Spieler. Ein Spieler mit einem hohen Karriere-Durchschnittsbreak und regelmäßigen Centuries ist Favorit für den Highest Break. Aber der Markt bietet Überraschungen: Defensive Spieler, die normalerweise niedrigere Breaks produzieren, können in entscheidenden Momenten brillieren.
Ein Szenario, das ich regelmäßig sehe: Zwei ähnlich starke Break-Builder treffen aufeinander, die Quoten liegen bei etwa 1.90 für jeden. Einer hat ein leicht höheres Karriere-High-Break, aber der andere ist in besserer Form. Diese Konstellationen bieten echten Value, wenn du die Details kennst.
Der Markt ist dünn besetzt – nicht alle Buchmacher bieten ihn an, und die Limits sind oft niedriger als bei anderen Wettarten. Aber für Wetter mit tiefem Snooker-Wissen ist Highest Break eine Nische mit Potenzial.
Turnier-Langzeitwetten: Der strategische Weitblick
Drei Monate vor der WM setze ich auf meinen Favoriten für den Titel. Die Quote liegt bei 8.00, nach der ersten Runde nur noch bei 4.50. Das ist der Reiz von Langzeitwetten – du kaufst Value, bevor der Markt ihn erkennt.
Turniersieger-Wetten sind der klassische Langzeitmarkt. Du tippst vor Turnierbeginn auf den Gewinner, und die Wette läuft bis zum Finale. Die Quoten sind entsprechend hoch – selbst Favoriten wie Judd Trump oder Ronnie O’Sullivan starten bei Quoten zwischen 4.00 und 7.00 für den WM-Titel.
Neben dem Turniersieger bieten Buchmacher weitere Langzeitmärkte: Halbfinalist, Finalist, Ausscheiden in einer bestimmten Runde. Diese Märkte sind weniger riskant als die Turniersieger-Wette, bieten aber auch niedrigere Quoten. Ein „Erreicht das Halbfinale“-Wette auf einen Top-8-Spieler liegt typischerweise bei 2.00 bis 3.00.
Der Turnierbaum spielt eine entscheidende Rolle. Wenn zwei Favoriten in derselben Hälfte gelost werden, sinkt ihre Turniersieger-Quote nicht proportional, weil sie sich erst im Halbfinale oder Finale treffen könnten. Clevere Wetter analysieren den Draw und finden Value bei Spielern mit günstigem Weg ins Finale.
Meine Strategie: Ich platziere Langzeitwetten früh, wenn die Quoten noch hoch sind, und sichere bei Bedarf später ab. Wenn mein Favorit das Halbfinale erreicht und seine Quote auf 2.50 gefallen ist, kann ich auf den Gegner wetten und mir einen garantierten Gewinn sichern – oder das Risiko voll laufen lassen, wenn ich überzeugt bin.
Marktvergleich: Welche Wettart passt zu dir?
Nach sechs Jahren Snooker-Wetten habe ich für jede Wettart einen klaren Anwendungsfall entwickelt. Die Wahl hängt von deinem Wissen, deiner Risikobereitschaft und deinem Zeithorizont ab.
Für Einsteiger empfehle ich Match Winner bei ausgeglichenen Paarungen. Die Quoten zwischen 1.70 und 2.30 bieten ordentliche Rendite bei überschaubarem Risiko. Du lernst die Spieler kennen, beobachtest Formkurven und baust Wissen auf. Finger weg von Correct Score und exotischen Märkten – die Lernkurve ist zu steil, die Verluste zu frustrierend.
Für Fortgeschrittene öffnet sich die Welt der Handicaps und Over/Under-Wetten. Hier kannst du dein Detailwissen einsetzen: Spielstile, Head-to-Head-Statistiken, Formanalysen. Die Quoten sind oft attraktiver als bei Match Winner, weil weniger Wetter diese Märkte verstehen. Frame-Handicaps bei klaren Favoritensiegen und Over/Under bei stilistisch eindeutigen Paarungen sind meine Favoriten in dieser Kategorie.
Für Experten bieten Century-Wetten, Session-Märkte und Highest Break echten Value. Diese Märkte erfordern tiefes Wissen über individuelle Spieler, ihre Tagesform und ihre Performance unter verschiedenen Bedingungen. Die Buchmacher setzen die Linien hier oft weniger präzise, weil die Datenlage dünner ist. Wer die Details kennt, findet Value.
Langzeitwetten passen zu geduldigen Wettern mit strategischem Denken. Die Kapitalbindung ist hoch – dein Einsatz liegt wochen- oder monatelang fest. Aber die potenziellen Gewinne rechtfertigen das Warten. Ich investiere etwa 20% meines Wettbudgets in Langzeitwetten auf die großen Turniere.
Der richtige Markt für jede Situation
Snooker bietet eine Wettvielfalt, die den Sport für analytische Wetter besonders attraktiv macht. Jede Wettart hat ihre Berechtigung – Match Winner für den soliden Einstieg, Handicaps für die Feinarbeit, Century-Wetten für die Spezialisten.
Der Schlüssel liegt nicht darin, alle Märkte zu bespielen, sondern die richtigen für dein Wissen und deine Situation zu wählen. Ich selbst konzentriere mich auf drei bis vier Wettarten, die ich wirklich verstehe. Der Rest ist Ablenkung.
Wenn du tiefer in Snooker WM Wetten einsteigen willst, beginne mit Match Winner und arbeite dich zu den komplexeren Märkten vor. Die Lernkurve ist steil, aber die Belohnung – ein Portfolio aus verschiedenen Wettarten, die du meisterst – macht Snooker zu einer der lohnendsten Sportarten für ernsthafte Wetter.
Häufige Fragen zu Snooker-Wettarten
Was bedeutet -2.5 Frames beim Handicap?
Ein Handicap von -2.5 Frames bedeutet, dass der Favorit mindestens drei Frames mehr gewinnen muss als sein Gegner, damit deine Wette gewinnt. Bei einem Ergebnis von 6-4 steht es virtuell 3.5-4 – die Handicap-Wette verliert. Erst ab 6-3 oder deutlicher gewinnt die Wette auf den Favoriten mit -2.5 Handicap.
Wie viele Centuries gibt es durchschnittlich pro WM-Match?
Bei der Snooker-WM fallen durchschnittlich etwa 3 bis 4 Centuries pro Match in den späteren Runden. Die Zahl variiert stark je nach Spielerpaarung und Format. In der ersten Runde mit Best-of-19 sind es weniger als im Finale mit Best-of-35. Offensive Spieler wie Judd Trump oder Ronnie O’Sullivan treiben den Durchschnitt nach oben.
Lohnen sich Session-Wetten bei Langformat-Spielen?
Session-Wetten können sehr lukrativ sein, erfordern aber tiefes Wissen über die Spieler. Der Vorteil: Du wettest auf einen kürzeren Zeitraum mit eigener Dynamik. Ein Spieler kann eine Session dominieren, obwohl er das Gesamtmatch verliert. Für erfahrene Wetter bieten Session-Märkte echten Value, besonders wenn die Quoten die Session-spezifische Form nicht einpreisen.
Welche Wettart eignet sich am besten für Einsteiger?
Match Winner bei ausgeglichenen Paarungen ist der beste Einstieg. Die Quoten zwischen 1.70 und 2.30 bieten gute Rendite bei überschaubarem Risiko. Du lernst die Spieler kennen und baust Wissen auf, ohne dich mit komplexen Berechnungen wie beim Handicap oder der Volatilität von Correct Score herumschlagen zu müssen.
Erstellt von der Redaktion von „Wetten Snooker wm“.